TRIX-Indikator: Formel, Einstellungen und so tradest du ihn

Der TRIX-Indikator ist die prozentuale Veränderung einer Kursreihe von einer Kerze zur nächsten, nachdem sie durch drei exponentielle gleitende Durchschnitte geglättet wurde – meist mit jeweils 15 Perioden – und wird zusammen mit einer Signallinie aus einem 9-Perioden-EMA dargestellt. Liegt er über null, steigt der geglättete Trend. Kreuzungen der Signallinie liefern ein früheres Timing, Kreuzungen der Nulllinie bestätigen die Richtung, und die dreifache Glättung filtert Rauschen heraus – um den Preis von Verzögerung.
Drei gleitende Durchschnitte übereinandergestapelt klingt nach Overkill, und für manche Aufgaben ist es das auch. TRIX glättet den Kurs dreimal und misst erst dann die Steigung. Dadurch ist er eine der saubersten Trend-Momentum-Linien, die du dir in den Chart legen kannst – und einer der langsamsten Indikatoren, wenn es darum geht zuzugeben, dass ein Trend gedreht hat. Quantum Algo geht mit dir Jack Hutsons ursprüngliche Idee durch, die exakte Formel samt eingebauter Verzögerung, ein Rechenbeispiel Kerze für Kerze, den Grund, warum die Werte auf TradingView 100-mal größer aussehen, Einstellungen je Timeframe und die konkreten Situationen, in denen dich TRIX Geld kostet.
Indikatoren, die sich öffentlich beweisen.
Eine Engine, vier Präzisions-Tools — der Gold (XAU) Scalper, die institutionelle Gravity Zone, der Zeno Momentum Oscillator und Zeno Stocks für Aktien.
Wer hat TRIX entwickelt, und welches Problem sollte er lösen?
TRIX stammt von Jack K. Hutson, der erst wenige Monate zuvor begonnen hatte, Technical Analysis of Stocks & Commodities herauszugeben. Die Bibliografie des Magazins selbst führt seinen Artikel „Good Trix“ in Volume 1 (Juli/August 1983), gefolgt von „TRIX: Triple Exponential Smoothing Oscillator“ in Volume 2 (März 1984). Sein Kollege Anthony W. Warren ergänzte „Further Analysis Of Triple Exponential Smoothing“ in Volume 1 (September/Oktober 1983). Der Name ist schlicht die Kurzform von Triple Exponential Smoothing, also dreifacher exponentieller Glättung.
Das Problem, das Hutson anging, hat jeder Oszillator-Nutzer bis heute: Der reine Kurs ist verrauscht, und eine Momentum-Linie, die auf dem reinen Kurs basiert, dreht bei jedem kleinen Zucken die Richtung. Seine Antwort war radikal. Glätte den Kurs mit einem exponentiellen gleitenden Durchschnitt, glätte diesen Durchschnitt noch einmal, glätte ihn ein drittes Mal – und miss erst dann, wie schnell sich das Ergebnis verändert. Drei Durchläufe entfernen die meisten kurzen Zyklen, sodass am Ende die Steigung des zugrunde liegenden Trends übrig bleibt.
Diese Konstruktion erklärt sowohl, worin TRIX gut ist, als auch, wo er dich im Stich lässt. Er zeigt dir hervorragend, ob die Steigung des Trends zu- oder abnimmt, und ignoriert das Rauschen einzelner Kerzen. Bei der Frage, wann ein Trend gedreht hat, ist er dagegen konstruktionsbedingt spät dran. Behalte beide Hälften dieses Satzes für den Rest des Guides im Kopf.
Eine Warnung zur Namensgebung, bevor wir weitermachen: „TRIX“ ist nicht dasselbe wie „TEMA“, der Triple Exponential Moving Average, den Patrick Mulloy später veröffentlichte – ein verzögerungsreduzierter gleitender Durchschnitt, der direkt auf den Kurs gelegt wird. TRIX ist ein Oszillator in einem eigenen Fenster. In Suchergebnissen werden die beiden ständig verwechselt.
Wie wird der TRIX-Indikator berechnet?

Für eine Periodenlänge n und Schlusskurse C gilt:
EMA1 = EMA(C, n)
EMA2 = EMA(EMA1, n)
EMA3 = EMA(EMA2, n)
TRIX = 100 × (EMA3[t] − EMA3[t−1]) / EMA3[t−1]
Signal = EMA(TRIX, s)
Jeder EMA verwendet den üblichen Glättungsfaktor α = 2 / (n + 1), sodass ein 15-Perioden-EMA den neuesten Wert mit 0.125 gewichtet. TRIX selbst ist die prozentuale Veränderung der dreifach geglätteten Linie von einer Kerze zur nächsten, und die Signallinie ist ein EMA des TRIX. StockCharts verwendet standardmäßig 15 für n und 9 für das Signal.
Wie viel Verzögerung bringen drei EMAs mit sich?
Das durchschnittliche Alter der Daten in einem EMA beträgt (n − 1) / 2 Bars. Stapelst du drei davon, summiert sich die Verzögerung auf etwa 3 × (n − 1) / 2 Bars. Beim Standard-TRIX mit 15 Perioden sind das rund 21 Bars. Auf dem Tageschart beschreibt TRIX also im Grunde die geglättete Steigung des Trends, wie sie etwa einen Monat zuvor war. Das ist kein Fehler, den du mit cleveren Einstellungen beheben könntest – es ist der Preis für die Glätte.
Zwei Skalierungen, denen du begegnen wirst
- Percent TRIX (StockCharts, most textbooks, the R package TTR): values like +0.05 mean the triple-smoothed line rose 0.05% on the last bar.
- TradingView's built-in TRIX: an open-source port of it describes the calculation as 10,000 times the one-bar change of a triple EMA of the logarithm of the close, with a default length of 18. Because a small change in a log equals a percentage divided by 100, the TradingView number is about 100 times the percent version. A TradingView reading of +5 is roughly a +0.05% TRIX elsewhere.
Verlauf und Nulldurchgänge sind praktisch identisch. Nur die Achse ändert sich – deshalb wirken Schwellenwerte, die du von einer Plattform übernimmst, auf einer anderen völlig absurd.
Einschwingphase
Der erste TRIX-Wert braucht drei initialisierte EMAs plus eine Kerze für die Veränderung, also 3 × (n − 1) + 2 Bars – bei n = 15 sind das 44 Bars. Das Signal braucht zusätzlich s − 1 Bars. Die ersten Werte hängen außerdem davon ab, wie jeder EMA initialisiert wird (manche Plattformen starten mit dem ersten Kurs, andere mit einem einfachen Durchschnitt). Gib dem Indikator deshalb ein paar hundert Bars Historie, bevor du den exakten Zahlen vertraust. Unser Rechner unten nutzt für jeden Durchlauf einen SMA als Startwert.
Ein TRIX-Rechenbeispiel, Kerze für Kerze
Damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt, hier TRIX mit n = 3 und einem 3-Bar-Signal auf fünfzehn Schlusskursen. Die Rally läuft bis 107.50 bei Bar 9 und kippt dann. Jede Zahl unten wurde mit der obigen Formel berechnet (SMA als Startwert für jeden EMA, α = 0.5).
| Bar | Schlusskurs | EMA3 (dreifach) | TRIX % | Signal % |
|---|---|---|---|---|
| 7 | 104.00 | 102.6192 | — | — |
| 8 | 106.00 | 103.3769 | +0.7383 | — |
| 9 | 107.50 | 104.2774 | +0.8711 | — |
| 10 | 107.00 | 105.0859 | +0.7753 | +0.7949 |
| 11 | 106.00 | 105.5928 | +0.4824 | +0.6387 |
| 12 | 104.50 | 105.6720 | +0.0750 | +0.3568 |
| 13 | 103.00 | 105.3242 | −0.3292 | +0.0138 |
| 14 | 102.50 | 104.7438 | −0.5510 | −0.2686 |
| 15 | 101.00 | 103.9566 | −0.7516 | −0.5101 |
Die komplette Reihe der Schlusskurse lautete 100, 101, 102.5, 102, 103.5, 105, 104, 106, 107.5, 107, 106, 104.5, 103, 102.5, 101. Der TRIX von Bar 8 beträgt zum Beispiel 100 × (103.3769 − 102.6192) / 102.6192 = +0.7383%.
Was dir die Tabelle zeigt:
- TRIX peaked with price here, but only because n = 3. With such a short length, the lag is about 3 bars. With n = 15 the peak in TRIX would trail the price peak by much more.
- The signal line flagged the turn first. From bar 10, TRIX is below its signal while the close is only 0.5% under the high.
- The zero-line cross came late. TRIX turns negative on bar 13, with the close at 103.00, about 4.2% below the 107.50 high. The triple EMA itself peaked on bar 12 at 105.6720, which is what a zero cross really marks: the turning point of the smoothed line, not of price.
Füge diese Schlusskurse mit Länge 3 und Signal 3 in den Rechner unten ein, und du erhältst die Werte für Bar 15: TRIX −0.7516%, Signal −0.5101%. Der Rechner zeigt für dieselben Daten außerdem den Wert in TradingView-Skalierung, rund −75.9 – ein gutes Beispiel für den Skalierungsunterschied von etwa Faktor 100.
So liest du TRIX: Signalkreuzungen, Nulllinie und Divergenzen

TRIX liefert drei Arten von Informationen. Sie sind nicht gleich zuverlässig und funktionieren mit unterschiedlichen Einstellungen am besten.
Kreuzungen der Signallinie
StockCharts bezeichnet sie als das häufigste TRIX-Signal: bullisch, wenn TRIX nach oben dreht und seine Signallinie von unten kreuzt, bärisch, wenn er sie nach unten durchbricht. Diese Signale kommen am frühesten – damit sind sie fürs Timing am nützlichsten, aber auch am anfälligsten für Fehlsignale. Im Intel-Beispiel von StockCharts selbst lieferten sechs Kreuzungen der Signallinie über sieben Monate drei gute Signale und drei Fehlsignale. Diese Trefferquote von 50% ist ehrlich und typisch. Kreuzungen brauchen einen Filter.
Kreuzungen der Nulllinie
TRIX über null bedeutet, dass die dreifach geglättete Linie steigt; unter null fällt sie. Betrachte die Nulllinie eher als Schalter für die Trendrichtung denn als Einstiegstrigger. Das Raytheon-Beispiel von StockCharts zeigt fünf Signale an der Mittellinie über 16 Monate, darunter ein Kaufsignal im November 2009 vor einem Anstieg von rund 20% und ein Verkaufssignal im Mai 2010 vor einem Rückgang von etwa 20%. Wenige Signale, große Bewegungen, späte Einstiege.
Divergenzen
Bullische Divergenz: Der Kurs bildet ein tieferes Tief, während TRIX ein höheres Tief bildet. Bärische Divergenz: Der Kurs bildet ein höheres Hoch, während TRIX ein tieferes Hoch bildet. Weil TRIX so glatt verläuft, sind seine Divergenzen leicht zu erkennen und einzuzeichnen. StockCharts warnt jedoch, dass sie gegen starke Trends schlecht funktionieren: Bärische Divergenzen in starken Aufwärtstrends und bullische in starken Abwärtstrends scheitern häufig. Auch ein sich verlangsamender Aufwärtstrend erzeugt tiefere TRIX-Hochs, denn TRIX misst die Steigung – und ein Trend, der in langsamerem Tempo weiter steigt, ist immer noch ein Trend.
Wenn dich vor allem das Trading von Divergenzen interessiert, vergleiche TRIX-Divergenzen mit denen des RSI, der schneller dreht und mehr, aber verrauschtere Divergenzen liefert, und mit unserem Guide zum Relative Vigor Index, der darauf schaut, wo die Schlusskurse innerhalb jeder Kerze liegen.
Die besten TRIX-Einstellungen je Timeframe
Einen allgemein anerkannten Standard gibt es nicht. So sehen die Werte aus, die die wichtigsten Quellen tatsächlich verwenden:
| Quelle | TRIX-Länge | Signal | Skala |
|---|---|---|---|
| StockCharts ChartSchool | 15 | 9 (EMA) | Prozent |
| TradingView integriert | 18 | Keins | 10,000 × Veränderung des logarithmischen Triple-EMA |
| R-Paket TTR | 20 | 9 | Prozent |
| Incredible Charts | 12 | 9 (EMA) | Prozent |
Die Formel für die Verzögerung bietet einen sinnvolleren Weg zur Auswahl. Nimm die Länge, deren eingebaute Verzögerung du auf deinem Timeframe akzeptieren kannst:
| Einsatzzweck | Startwert Länge / Signal | Ca. Verzögerung in Bars | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Intraday, 5 bis 15 Minuten | 9 / 5 | 12 | Nur Signalkreuzungen in Richtung des Trends auf dem höheren Timeframe nutzen |
| Intraday, 1 Stunde | 12 / 7 | 16.5 | Etwa zwei bis drei Börsensitzungen Verzögerung |
| Swing, Tageschart | 15 / 9 | 21 | Der StockCharts-Standard; etwa ein Handelsmonat |
| Positionstrading, Tageschart | 30 / 9 | 43.5 | Nulllinie als Trendfilter |
| Positionstrading, Wochenchart | 12 bis 15 / 9 | 16.5 bis 21 | Vier bis fünf Monate Verzögerung; sehr wenige Signale |
Die Längen in der zweiten Tabelle sind unsere Ausgangswerte, keine getesteten Optima. Die Empfehlung von StockCharts selbst folgt derselben Logik: Kürzere Längen wie 5 machen TRIX empfindlicher und eignen sich besser für Kreuzungen der Mittellinie, längere Längen wie 45 machen ihn glatter und passen besser zu Kreuzungen der Signallinie. Was auch immer du wählst – teste es auf dem Instrument, das du tradest. Eine Liste von Indikatoren, die auf dem Tageschart gut zusammenpassen, findest du in unserem Artikel über die besten Indikatoren fürs Swing Trading.
TRIX vs. MACD und PPO: Was ist wirklich anders?

Alle drei basieren auf exponentiellen gleitenden Durchschnitten, deshalb fragen sich Trader oft, ob TRIX überhaupt etwas Neues bringt. Rein mechanisch betrachtet:
| Indikator | Berechnung | Einheit | Charakter |
|---|---|---|---|
| MACD (12, 26, 9) | EMA12 − EMA26, Signal = EMA9 | Kurspunkte | Schneller, verrauschter; Werte zwischen Instrumenten nicht vergleichbar |
| PPO (12, 26, 9) | (EMA12 − EMA26) / EMA26 × 100 | Prozent | MACD in Prozent; zwischen Instrumenten vergleichbar |
| TRIX (15, 9) | Prozentuale 1-Bar-Veränderung des Triple-EMA | Prozent pro Bar | Glatter, später; Steigung eines stark geglätteten Trends |
Der MACD misst den Abstand zwischen einem schnellen und einem langsamen Durchschnitt. TRIX misst die Steigung eines einzigen, stark geglätteten Durchschnitts. In der Praxis kreuzen beide in trendstarken Charts die Nulllinie oft an ähnlichen Stellen, und StockCharts merkt an, dass TRIX-Linien glatter sind und etwas später drehen als der MACD.
Wann du welchen bevorzugen solltest:
- Choose MACD for faster momentum shifts and a huge base of published examples. Our MACD guide covers the histogram, which has no standard TRIX equivalent.
- Choose PPO or TRIX when you compare momentum across instruments with very different prices, such as a $20 stock and a $900 stock, or one stock across a decade of price growth.
- Choose TRIX when MACD whipsaws too much on your market and you accept later signals in return for fewer of them.
Beide im selben Chart laufen zu lassen, ist größtenteils redundant. Kombinierst du TRIX dagegen mit einer anderen Art von Information, etwa der Trendstärke aus dem ADX, bekommst du mehr unabhängige Aussagen. Andere Ansätze für denselben Zielkonflikt zwischen Verzögerung und Rauschen sind adaptive Durchschnitte wie der Kaufman Adaptive Moving Average, der McGinley Dynamic und der ALMA, außerdem der Hull Moving Average.
So fügst du TRIX mit Signallinie in TradingView hinzu
TradingView liefert TRIX als integrierten Indikator mit, doch die eingebaute Version zeichnet nur eine einzelne Linie mit Nulllinie, ohne Signallinie, und nutzt die logarithmische 10,000×-Skala. Es gibt zwei Wege, ihn einzurichten:
Option 1: integrierter Indikator plus gleitender Durchschnitt darauf
- Öffne „Indikatoren“, suche nach „TRIX“ und füge ihn hinzu. Stelle Length auf 15, wenn du die Beispiele im StockCharts-Stil nachbilden willst (Standard ist 18).
- Öffne erneut „Indikatoren“, füge „Moving Average Exponential“ hinzu und setze in dessen Einstellungen Source auf den TRIX-Output und Length auf 9. Verschiebe ihn in das TRIX-Fenster, falls TradingView ihn in den Kurschart legt.
- Denk an die Achse: Ein Wert von 5 auf TradingView entspricht etwa 0.05% bei StockCharts.
Option 2: ein kurzer Pine Script v6 Indikator
Diese Version entspricht der klassischen Prozentformel aus dem Lehrbuch und ergänzt eine Signallinie sowie Alerts:
//@version=6
indicator("TRIX + Signal", format = format.price, precision = 4)
len = input.int(15, "TRIX length", minval = 1)
sigLen = input.int(9, "Signal length", minval = 1)
e3 = ta.ema(ta.ema(ta.ema(close, len), len), len)
trix = 100 * (e3 - e3[1]) / e3[1]
sig = ta.ema(trix, sigLen)
plot(trix, "TRIX", color.aqua)
plot(sig, "Signal", color.purple)
hline(0, "Zero")
alertcondition(ta.crossover(trix, sig), "TRIX bull cross", "TRIX crossed above signal")
alertcondition(ta.crossunder(trix, sig), "TRIX bear cross", "TRIX crossed below signal")
Da jeder Input der Schlusskurs einer abgeschlossenen Kerze ist, ändert sich die Linie nach dem Schließen einer Kerze nicht mehr – sie repaintet also auf historischen Bars nicht. Die aktuelle, noch offene Kerze bewegt sich bis zu ihrem Schluss, deshalb solltest du Alerts so einstellen, dass sie einmal pro Kerzenschluss auslösen. Warum diese Einstellung wichtig ist, erklärt unser Guide zu Non-Repaint-Indikatoren. Neu auf der Plattform? Unser Guide zur TradingView-Plattform behandelt Fenster, Alerts und Vorlagen.
Ein TRIX-Regelwerk für Trend-Pullbacks zum Testen
Allein gehandelt, kommt TRIX bei Nullkreuzungen zu spät und bei Signalkreuzungen zu oft. Die Lösung, die die meisten Praktiker nutzen: Ein langsamerer Filter bestimmt die Richtung, und TRIX dient nur dem Timing. Die von StockCharts vorgeschlagenen Scans folgen genau dieser Logik, und hier ist eine Version, die du auf dem Tageschart backtesten kannst:
- Trend filter: close above its 200-day simple moving average for longs, below it for shorts. Our moving averages guide covers the 200-day in depth.
- Pullback condition: TRIX(15) below zero in an uptrend, meaning the smoothed slope has dipped during a pullback. Mirror for shorts.
- Trigger: TRIX crosses above its 9-period signal line.
- Participation check: volume on the trigger bar above its average. StockCharts uses a 250-day volume average in its scan.
- Exit: a fixed stop below the pullback low and either a trailing stop or a TRIX cross back below its signal once TRIX is above zero.
Ein kurzer Plausibilitätscheck zum Risiko: Angenommen, eine Aktie im Aufwärtstrend schließt auf der Trigger-Kerze bei $84.20, das Pullback-Tief lag bei $80.90, und du riskierst 1% eines Kontos von $30,000, also $300. Der Abstand zum Stop beträgt $3.30, die Position umfasst also 90 Aktien ($300 / $3.30 = 90.9, abgerundet). Erreicht die Aktie wieder ihr vorheriges Swing High bei $91.10, liegt der Gewinn bei $6.90 pro Aktie oder $621 auf 90 Aktien – ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2.1 zu 1.
Was wir über die Ergebnisse sagen können und was nicht: Wir haben keine begutachtete Studie gefunden, die für TRIX-Kreuzungen auf aktuellen Daten einen dauerhaften Vorteil belegt, und die Beispiele von StockCharts selbst zeigen sowohl saubere Gewinner als auch Fehlsignale. Betrachte das als Hypothese. Lass es durch den Strategy Tester von TradingView oder deinen eigenen Code laufen, berücksichtige Kommissionen und Slippage und vergleiche es mit einem schlichten 200-Tage-Filter ganz ohne TRIX. Schlägt TRIX den Filter allein nicht, bringt er nur zusätzliche Komplexität, keinen Edge.
Verhält sich TRIX bei Aktien, Forex, Futures und Krypto unterschiedlich?
Da TRIX eine prozentuale Änderungsrate ist, liefern dieselben Einstellungen über verschiedene Instrumente hinweg Werte in ähnlicher Größenordnung – einer seiner echten Vorteile gegenüber dem MACD. Die Daten, die in ihn einfließen, unterscheiden sich aber je nach Markt, und diese Unterschiede zeigen sich in der Linie.
- Stocks: overnight gaps are the main issue. An earnings gap of 8% enters all three EMAs at once and keeps TRIX inflated for weeks on a daily chart, even if price goes nowhere afterward. On intraday charts, each session's opening gap does the same thing on a smaller scale.
- Forex: major pairs move only fractions of a percent per day, so percent TRIX values are tiny, often in the hundredths or thousandths of a percent. The signals are fine; the axis just looks empty. Do not mistake small numbers for weak momentum, and compare a pair only with its own history.
- Futures: continuous contracts roll from one expiry to the next. If your chart is not back-adjusted, the roll can insert an artificial jump that TRIX treats as a real move. Use a back-adjusted continuous series for anything longer than a few weeks of history.
- Crypto: markets trade around the clock, so there are no session gaps and daily bars are cleaner for TRIX. The higher volatility means more signal-line crosses at the same length; many traders lengthen TRIX on crypto to keep the cross count manageable.
Für alle vier gilt dieselbe Regel: Kalibriere auf dem Instrument und Timeframe, die du tradest, und beurteile einen Wert anhand der eigenen Spanne dieses Instruments statt anhand einer universellen Zahl. Wenn du einen Indikator suchst, der auf langfristige Momentum-Wenden bei Indizes ausgelegt ist: Die Coppock Curve löst ein verwandtes Problem mit einer anderen Konstruktion.
Wann TRIX versagt: typische Fehler
- Trading zero crosses as reversals. In the worked example the zero cross came with price already 4.2% off the high at n = 3. At n = 15 on a daily chart, the zero cross routinely gives back a large share of the move. Use it as a bias switch, not a reversal signal.
- Using signal crosses in sideways markets. When price chops in a range, TRIX hovers near zero and crosses its signal repeatedly. StockCharts notes that volatility increases the number of crossovers. Check trend strength first; an ADX below roughly 20 is a common "stand aside" filter.
- Copying thresholds across platforms. A "+0.1 is overbought" rule from a percent-scale chart means nothing on TradingView's 10,000× log scale, where the same move reads about +10.
- Treating TRIX as overbought/oversold. TRIX is unbounded. A high reading means a steep trend, not an exhausted one. If you want bounded readings, the Stochastic RSI and similar tools are designed for that.
- Too little history. With n = 15, the first value appears after 44 bars and seeding effects linger longer. Short histories on new listings or freshly loaded intraday charts give unreliable values.
- Gaps and thin markets. One large overnight gap feeds all three EMAs and lingers in TRIX for weeks on a daily chart. Thinly traded instruments produce erratic closes that the smoothing hides rather than fixes.
- Fading divergences in strong trends. As covered above, a decelerating trend makes lower TRIX highs while price still climbs. Divergence is a reason to tighten stops, not to short.
- Stacking near-identical oscillators. TRIX, MACD, PPO and the Awesome Oscillator are all moving-average derived. Agreement among them is not independent confirmation.
TRIX-Indikator und Quantum Algo
Am stärksten ist TRIX als langsamer, sauberer Gradmesser für die Trendsteigung – damit ist er eher ein natürlicher Filter als ein Einstiegsgenerator. Genau diese Rolle würden wir ihm neben den Tools von Quantum Algo geben.
- TRIX as the filter, Zeno for timing. Zeno's buy and sell signals come with a stop and targets built in. On a daily chart, taking only the Zeno signals that agree with the side of zero TRIX is on is a simple rule to test, and Zeno Oscillator can add a second view of momentum on the trading timeframe.
- Free tools for the momentum side. If you want the faster MACD-family view next to TRIX, our free open-source MACD Matrix covers it, and the Multi-Oscillator Divergence Scanner helps check whether a TRIX divergence is showing up on other oscillators too.
- Learn the price side. The free QuantumAlgo Academy covers the structure and levels that tell you where a TRIX signal is worth taking.
Wie sich die Signale von Zeno tatsächlich entwickelt haben, siehst du im öffentlichen Track Record. TRIX macht aus einem schwachen Setup kein gutes, aber er ist sehr gut darin, dich auf der richtigen Seite des Trends zu halten.
◆ Interaktiver Check
Wie gut kennst du TRIX?
Fragen, die Trader zu TRIX stellen
TRIX ist ein Momentum-Oszillator, der die prozentuale Veränderung einer Kursreihe von einer Kerze zur nächsten zeigt, nachdem sie dreimal mit exponentiellen gleitenden Durchschnitten geglättet wurde. Positive Werte bedeuten, dass der geglättete Trend steigt, negative Werte, dass er fällt.
StockCharts verwendet 15 als TRIX-Länge und 9 für die Signallinie, der integrierte Indikator von TradingView nutzt standardmäßig 18 ohne Signal, und das R-Paket TTR arbeitet mit 20 und 9. Entscheide nach der Verzögerung: Jede Länge bringt etwa 1.5 × (n − 1) Bars Verzögerung mit sich, daher passen kürzere Längen zum Intraday-Timing und längere zur Trendfilterung.
Keiner ist grundsätzlich besser. Der MACD dreht früher und eignet sich für schnellere Momentum-Einschätzungen, während TRIX glatter, prozentbasiert und später ist, was Fehlsignale in unruhigen Märkten reduziert. Die Gegenperspektive findest du in unserem MACD-Guide.
Am häufigsten nutzt man die Nulllinie für die Richtung und Kreuzungen der Signallinie fürs Timing in diese Richtung, kombiniert mit einem langsameren Trendfilter wie dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Divergenzen taugen eher als Anlass, Stops nachzuziehen, denn als Einstieg in eine Umkehr.
Es bedeutet, dass der dreifach geglättete gleitende Durchschnitt die Richtung gewechselt hat. Wegen der Glättung passiert diese Wende meist deutlich nachdem der Kurs gedreht hat. Eine Nullkreuzung bestätigt also einen Trendwechsel, statt ihn früh zu erwischen.
Der integrierte TRIX von TradingView multipliziert die Veränderung eines Triple-EMA des logarithmierten Kurses mit 10,000, während die meisten anderen Quellen eine einfache prozentuale Veränderung darstellen. Das Ergebnis ist auf TradingView etwa 100-mal größer – bei gleichem Verlauf und gleichen Nulldurchgängen.
Der integrierte TRIX zeichnet nur eine einzelne Linie mit Nulllinie. Füge einen EMA des TRIX-Outputs als zweiten Indikator hinzu oder nutze ein kurzes Pine Script, das beide Linien zeichnet und Alerts setzt.
Er ist ein nachlaufender Indikator. Die dreifache Glättung bringt etwa 3 × (n − 1) / 2 Bars Verzögerung mit sich, bei der üblichen Einstellung 15 also rund 21 Bars. Die Kreuzungen der Signallinie sind der früheste Teil des Indikators, und Divergenzen können schon vor der Nullkreuzung auf nachlassendes Momentum hindeuten.
Nein. TRIX ist ein Oszillator, der die Änderungsrate eines dreifach geglätteten EMA in einem eigenen Fenster zeigt. TEMA ist ein verzögerungsreduzierter gleitender Durchschnitt, der direkt im Kurschart liegt und aus einer anderen Kombination von EMAs berechnet wird.
Ein TRIX auf Basis von Schlusskursen ändert sich nicht mehr, sobald eine Kerze geschlossen ist. Der Wert auf der aktuellen, noch offenen Kerze bewegt sich bis zum Schluss, stelle Alerts daher so ein, dass sie einmal pro Kerzenschluss auslösen.
Quellen & verwandte Leitfäden
Als Nächstes lesen
- MACD Indicator
- Moving Averages
- RSI-Indikator
- ADX-Indikator (Average Directional Index)
- Hull Moving Average
- Coppock Curve
- Kostenlose TradingView-Indikatoren
- Zeno — die Premium-Engine
Primärquellen
- Technical Analysis of Stocks & Commodities — Charting The Market (TRIX and Jack Hutson bibliography)
- StockCharts ChartSchool — TRIX
- TradingView Help Center — TRIX
- Indie Script — TRIX built-in port (log close, 10000× scaling, length 18)
- CRAN TTR documentation — TRIX
- Incredible Charts — TRIX Indicator
- Wikipedia — Trix (technical analysis)